Intern
    Hypophosphatasie

    Promotion über Alkalische Phosphatase in Nervenzellen erfolgreich abgeschlossen

    Stephanie Graser

    Am 18.12. letzten Jahres, sozusagen als vorweggenommenes Weihnachtsgeschenk, hat Frau Stephanie Graser ihre Promotion zum Dr. rer. nat. mit Bravour erfolgreich verteidigt.

    Stephanie Graser hat eine Arbeit über die Rolle der Alkalischen Phosphatase in Nervenzellen verfasst. Es ist bekannt, dass die AP beim Menschen in besonderen Schichten des Cortex exprimiert wird - im Gegensatz zur Maus, wo sie überall im Gehirn vorkommt. Seit langem fragen sich Betroffene und ÄrztInnen inwiefern diese Tatsache bei Hypophosphatasie-PatientInnen Einfluss nehmen kann auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel und damit Stimmungsschwankungen und Ängstlichkeit begünstigen kann, wie sie bei HPP-Betroffenen häufiger wahrgenommen werden. Stephanie Graser hat in einem Zellkulturmodell den Einfluss einer hohen AP-Aktivität auf die Differenzierung von Nervenzellen untersucht und feststellen können, dass unter dem Einfluss der AP-Aktivität die Nervenzell-Fortsätze länger werden, mit denen die Zellen untereinander Kontakt aufnehmen. Weiterhin hat sie beschrieben, dass die Differenzierung beschleunigt abläuft. Ihre Ergebnisse konnte sie bereits vor einiger Zeit in dem renommierten Journal "Bone" als Erstautorin veröffentlichen (wir berichteten, s. Abbildung).

    In ihrer Einführung bedankte sich Stephanie Graser ausdrücklich auch bei der Patientenorganisation HPP e.V., die ihre Promotionsarbeit tatkräftig und finanziell unterstützt hat. Der Vorsitzende von HPP e.V. Gerald Brandt ließ es sich auch nicht nehmen, bei der öffentlichen Verteidigung der Promotionsarbeit anwesend zu sein.

    Für die Zukunft möchte sich Stephanie Graser weiterhin mit der Hypophosphatasie und mit anderen seltenen Knochenerkrankungen beschäftigen. Eine Unterstützung der Forschungsarbeiten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird beantragt und eine Auslandserfahrung ist geplant. Im Rahmen der Aktivitäten des Zentrums für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum ZESE sind solche Forschungsarbeiten auch lokal in der Forschungslandschaft absolut passend und würden die Arbeiten zur Etablierung eines so genannten B-Zentrums für Seltene Knochenerkrankungen sehr unterstützen.


    TNAP fördert das Auswachsen von zellulären Fortsätzen im Rahmen der neurogenen Differenzierung. Die Abb. zeigen neuronale Zellen im Laufe ihrer Differenzierung im Reagenzglas nach 6 und nach 8 Tagen. Gezeigt ist eine Doppelfärbung des Differenzierungsmarkers tau (rot) und der Alkalischen Phosphatase (grün).



    Zitat der wissenschaftlichen Arbeit:

    • Graser S, Mentrup, B, Schneider D, Klein-Hitpass L, Jakob F, Hofmann C. Overexpression of tissue-nonspecific alkaline phosphatase increases the expression of neurogenic differentiation markers in the human SH-SY5Y neuroblastoma cell line. Bone 2015, in press.
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